Blog zur archäologischen Forschung in Zeitz

Nachruf auf Susanne Zeigner

Susanne Zeigner gründete und leitete den Verein zur Förderung der ländlichen Region Sachsen-Anhalt Süd e. V. (VFR). Bereits im Jahr 2000 verlegte sie den Vereinsbetrieb auf das Gelände von Kloster Posa und sorgte dafür, dass die meisten Bauschäden dort systematisch beseitigt wurden. Aus einer umfassenden Bestandsaufnahme, Schadensanalyse und historischen Bewertung entstand unter ihrer Koordination ein Nutzungskonzept in enger Zusammenarbeit mit Studierenden der Bauhaus‑Universität Weimar, das beispielhaft zeigte, wie man historische Substanz bewahren und zugleich neue Perspektiven schaffen kann. Als Geschäftsführerin setzte sie neue Maßstäbe in der Organisation: Sie plante, steuerte Finanzen, holte Fördermittel ein und koordinierte zeitweise bis zu einhundertsechzig Beschäftigte, die am Wiederaufbau arbeiteten. Unter der Führung von Susanne Zeigner wurden eingestürzte Klostermauern neu errichtet, die Scheune mit einem neuen Dach versehen, der Taubenturm saniert, sämtliche Fassaden verputzt, der Klostergarten neu gestaltet und der Teich saniert. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass das Abtshaus des Klosters mit einer Dachsanierung gerettet wurde. Mit alle diesen Maßnahmen machte Susanne Zeigner Posa zu einem wieder erlebbaren Ort und legte die Grundlagen für eine spätere Nutzung als Wohn- und Kulturort. Ohne ihre souveräne Koordination und ihre Ausdauer wären die meisten Gebäude auf Kloster Posa vermutlich nicht erhalten geblieben.

Parallel dazu initiierte sie öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen: Märkte, Lesungen, Theater, etablierte Kloster Posa als kulturellen Anziehungspunkt in der Region. Im Jahr 2012 musste sie ihre Arbeit in Posa beenden und unterstützte 2013 die Übergabe des Geländes an den Verein Kultur- und Bildungsstätte Kloster Posa. Der symbolische Staffelstab war weitergereicht und sie wandte sich neuen Aufgaben zu. Ihre Spuren in Posa werden noch lange sichtbar bleiben.

Susanne Zeigners Engagement reichte auch weit über Posa hinaus. In mehreren regionalen Beschäftigungsprojekten koordinierte sie die Arbeiten an Grünanlagen, Friedhöfen und öffentlichen Flächen in Zeitz und Umgebung mit dem Ziel, diese zu sanieren und zu pflegen. Maßnahmen, die das Stadtbild bis heute prägen! Auch in die historische Forschung investierte sie viel Zeit und Mühe. Sie koordinierte die Recherche in Landesarchiven und Bibliotheken auf der Suche nach Quellen zur Geschichte von Posa, legte ein eigenes Archiv an und ließ sämtliche Maßnahmen akribisch dokumentierten. Viele dieser Arbeiten wurden wissenschaftlich begleitet und bilden heute eine wertvolle Grundlage für die weitere Erforschung und Vermittlung des Ortes.

Unbeirrt von wiederkehrenden politischen Widerständen verfolgte sie ihre Visionen weiter. Bis zuletzt unterstützte sie auch unsere archäologischen Grabungen in Posa. Susanne Zeigner war engagiertes Fördermitglied in unserem Verein und verfolgte die Fortschritte der Forschungen mit großer Begeisterung.

Ihr Zusammenspiel aus sachlicher Führungskraft, einer klaren Vision und tiefer Empathie machte ihr Wirken zu einem bleibenden Vermächtnis. Kloster Posa und die Region Zeitz verdanken ihr wirksame Strukturen, kulturelle Impulse und nachhaltige Entwicklungen, die ohne sie nicht vorstellbar wären.

Am 5. August verstarb Susanne Zeigner im Alter von 66 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit.